Syna


Wenn man Syna bei uns kennenlernt, glaubt man nicht, dass diese Katze irgendwelche psychischen Probleme haben könnte. Syna war im Jahre 2003 eine von zehn Katzenkindern die wir vermittelt haben.

                                                      

Unglücklicherweise war Syna diejenige, die als letztes in ein neues Zuhause einzog. Vorab hatte sie natürlich mitbekommen, dass immer wieder Menschen hier waren. Einmal, zweimal oder mehrfach. Danach fehlten dann einige von ihren kleinen Spielgefährten. Katzen sind nicht dumm. So merkte auch Syna, dass das nicht ihr eigentliches Zuhause hier sein sollte.

So gab es auch bei ihren neuen Besitzern Probleme. Angeblich schwer krank nahmen wir die kleine Schwarze zunächst wieder zu uns. Ließen sie erneut tierärztlich durchchecken. Ohne Befund.
Also konnte Syna wieder zurück zu ihren neuen Leuten. Nach ein paar Tagen rief ich jedoch nochmal an,
um mich nach dem Wohlbefinden von Syna zu erkundigen. Da wäre schon wieder eine nicht definierbare Krankheit bei ihr aufgetreten hieß es. Ich muss dazu sagen, dass ich den Leuten angeraten hatte, sich von ihren vielen Pflanzen zu trennen. Zumal es sich dabei um Ficus Benjamini handelte, die beim anknabbern toxisch auf Katzen wirken könnten. Entweder Pflanzen oder eine Katze.

Manche Menschen wollen eben alles! Kurz entschlossen fuhr ich mit einer Transportbox und dem Schutzvertrag los. Angekommen, klingelte ich bei den Leuten. Da hieß es gleich: „Sie haben ja geklingelt, nun ist Syna erst einmal zwei Stunden unter dem Bett verschwunden.“
Ignorierend öffnete ich sehr langsam die Transportbox, die ich in der linken Hand hielt.
Ein kurzes Syna rufend meinerseits und schon schoss Syna wie ein geölter Blitz in die Box. Nach dem Motto, jetzt aber raus hier, aber endgültig.
Diesen Moment werde ich nie vergessen. Daraufhin annullierte ich den Schutzvertrag, gab die Schutzgebühr zurück und wir gingen.

Bei uns Zuhause angekommen tobte Syna mit den ganzen anderen Katzen durchs Haus, war glücklich und zufrieden. Sie machte sozusagen mit den anderen Kumpels ein Fass auf.
Kamen aber Menschen, die sich für Vermittlungskatzen interessierten, war Syna nicht mehr gesehen.
Auf Männer reagierte sie absolut panisch. Das ging so ca. über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Damals versprach ich dieser Katze, dass sie bleiben darf. Seitdem verfolgt sie ihre vermeintliche Retterin auf Schritt und Tritt. Durch dieses einschneidende Erlebnis verbinden uns natürlich sehr tiefe innige Bande.

                                                     

Im November/Dezember 2008 musste ich zur Reha. Keiner meiner Freundinnen hat Syna während meiner Abwesenheit gesehen. Obwohl Syna, wenn ich da bin, ausgiebig mit ihnen schmust. Als mein Mann und ich telefonierten hörte ich nur meine arme Syna im Hintergrund weinen.

Uns war gar nicht so bewusst, das Syna nach gut fünf Jahren immer noch so einen seelischen Knacks weg hat.
Wenn heutzutage fremde Menschen zu uns kommen, die sich die Vermittlungskatzen anschauen möchten,
schaut Syna häufiger mal vorbei und schaut sich die Leute an. Taucht sie gar nicht auf kommt wieder mal ihr Trauma durch.

Vermitteln würden wir Syna ohnehin nicht, aber Frauchen muss sie wohl bei längerer Abwesenheit mitnehmen.
Mittlerweile hat Syna die Position der Chefkatze eingenommen. Sie scheut sich aber auch nicht dem Chefkater Charlos mal deutlich ihre Meinung zu sagen. Ansonsten kuschelt sie sowohl mit den hier im Haus lebenden Katzenmädchen, als auch mit den Vermittlungstieren. Syna meint, einer muss ja schließlich hier für Ordnung sorgen.

 

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