Katzenmama in Nöten
Am Freitag, 30.Juli 2010 rief mich eine Tierarztpraxis an
ob ich eine schwer verletzte hochträchtige Katze aufnehmen
könnte. Wir fungieren nicht nur als Vermittlungsstelle,
sondern auch als Pflegestelle.
Somit sagte ich zu, zumal die Tierärztin in der Nähe
wohnt und mehrmals täglich vorbei schaut.
Die Geburt stehe unmittelbar an. Entweder heute noch oder
morgen. Da sich die Verletzung an der zweiten hinteren Milchleiste
befand, und sich die Wunde stark entzündet hatte, konnte
zum einen wegen der Entzündung nicht operiert werden.
Und zweitens würden die Babys sterben, wenn die Mutterkatze
eine einfache Narkose erhalten würde. 
Um 15.30 Uhr traf die arme Maus dann bei uns ein, die
mein Mann aus der Praxis abgeholt hatte.
Die schwarze Lady schaute sich alles in dem für sie
zu recht gemachten Raum an, ging von einer Wurfkiste zur
nächsten und entschied sich dann für einen großen
Katzenkorb in den sie sich zufrieden reinlegte.
Und das alles, obwohl sie weder die Räumlichkeiten
noch die Menschen kannte.
Um 17.00 Uhr ging die Geburt dann los. Die informierte
Tierärztin traf zehn Minuten später bei uns
ein.
Gott sei Dank lief alles ohne Komplikationen ab und nach
einer Stunde hatten fünf kleine süße Winzlinge
das Licht der Welt erblickt.
Die Katzenmama schien sichtlich erschöpft nach all
den Strapazen. Sie machte aber trotz allem einen glücklichen
zufriedenen Eindruck.
Wir bangten aber die nächsten Tage um das Leben
der Mutterkatze, die selbstverständlich mit Medikamenten,
Infusion und Verbänden versorgt wurde. Die Kitten
kämpfen vom ersten Moment an um die ergiebigsten
Zitzen und so hielt der Verband immer nicht sehr lange
auf der Wunde.
So circa alle zwei Stunden wurde bei der Mutter Fieber
gemessen, Homöopathie verabreicht, die Wunde gespült
und wieder verbunden. Etwa neun Tage hielt uns die Katzenfamilie
in Atem. Nun liegt endlich die Fieberkurve in einem annehmbaren
Bereich.
Eine OP war schon für Donnerstag geplant. Da sich
das Fieber wieder leicht gesenkt hatte und die Kätzin
wieder selbst ein wenig fraß verschoben wir den
Termin auf den nächsten Tag.
Sie erhielt daraufhin Hormone um die Milchproduktion zu
stoppen. Das würde zur Heilung der Wunde beitragen.
Da sich Freitag das Fieber in einem akzeptablen Bereich
befand, die Katze selbst fraß und sie die nächsten
Tage auch hormonell behandelt wurde, kamen wir auch diesen
Tag um die OP herum.
Wir waren sichtlich zufrieden, denn jeder Tag zählt
an dem die Kids das Colostrum bekommen.
Die Milchproduktion geht langsam zurück, die Milch
schießt nicht mehr geballt in die Zitzen und entlastet
somit die Wunde. Da wir nicht wussten, ob wir das Muttertier
durchbekommen würden habe ich bereits am zweiten
Tag die Babys zugefüttert. Natürlich unter einem
Riesenprotest der kleinen Kinderschar, weil die Mama kann
niemand ersetzen.
Heute sind die Kleinen zehn Tage alt, die Augen öffnen
sich langsam, die Öhrchen richten sich auf, Geräusche
werden immer besser wahr genommen und alle haben über
200 Gramm Gewicht.
Der Mutterkatze geht es sehr gut, sie hilft beim säubern
der Lütten und ist dankbar für unsere Hilfe.
Meist liegt sie entspannt auf dem Bett, neben sich das
Körbchen mit den Babys. Die Wunde hat sich fast geschlossen
und das Fieber ist auch gänzlich runter.
Blacky wie das Muttertier heißt, hat trotz allem
noch eine OP vor sich, nämlich die Kastration.
Wir werden sie weiter auf dem Laufenden halten, wie es
der Katzenfamilie geht.
Fortsetzung
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