Eine Kastrationsaktion auf Teneriffa oder ein (Urlaub) der ganz besonderen Art


Ganz links im Bild Bridget. Bridget betreut liebevoll viele herrenlose Katzen in ihrer Pflegestelle auf Teneriffa. Daneben die aus Österreich stammende Tierärztin Astrid Lorenz.
Rechts im Bild eine niederländische Tierärztin namens Annemieke.


Das Ambiente ist ein wenig anders bei einer Kastrationsaktion im Ausland als die Praxisatmosphäre die man normalerweise von seinem Tierarzt kennt. All die freiwilligen Tierärzte und Helfer sind jedoch sehr glücklich, wenn sie so eine tolle Doppelgarage von Privatleuten für ihr Vorhaben zur Verfügung gestellt bekommen.

Gearbeitet wird rund um die Uhr, meistens 12, 14 oder 16 Stunden am Stück.


Hunde und Katzen werden hier kastriert. Nur so kann man der Massenvermehrung beikommen.

In fast allen Urlaubsländern finden immer wieder Vergiftungsaktionen statt. Meistens bevor die Touristen kommen. Die sollen nichts von dem Tierelend in den ach so tollen Urlaubsländern mitkriegen.
Eine wissenschaftliche Studie jedoch besagt, dass sich die Population umso schneller nach einer Vergiftungsaktion erholt und noch mehr Tiere als vorher dann ein elendes Dasein fristen müssen. Nur die Kastration bringt dauerhaft den ersehnten Erfolg.

Auch diese Kätzin wird nun keine Nachkommen mehr in die Welt setzen können.

Ebenso diese Hündin.

Links die Müllbox, emotionslos wandert hier alles hinein.


Torsten beim aufziehen von Spritzen...



...und anderen OP-Vorbereitungen.



Das Wartezimmer, dass auch gleichzeitig als Aufwachraum genutzt werden kann.

Die große Umsetzbox. Bei verwilderten Katzen und Hunden, die sehr scheu sind, gestaltet sich die OP-Vorbereitung nicht ganz so einfach. Die im Vordergrund zu sehende blaue Crash-Box ist ein tolles Hilfsmittel bei wilden Katzen.
Mit dem in der Box befindlichen Schieber drückt Torsten die wilde Katze an die eine Seite des Gitters. Sie erhält ihre Spritze und die wenigen freiwilligen Helfer bleiben unverletzt.



Das kann nur Liebe sein...................oder wie trage ich einen großen schweren narkotisierten Hund.


Endlich wurde diese Hündin eingefangen und kastriert. Letztes Jahr konnten wir zwei ihrer Welpen vermitteln. Zwei weitere kamen in eine andere Pflegestelle hier in Deutschland.


Annemieke bei der Arbeit.


Nichts für schwache Gemüter. Tierschutz heißt der Realität ins Auge zu schauen. Hier eine hochtragende Katze. Erhält sie die Narkose, sterben ihre ungeboren Kitten ab.
In Ländern, in denen Hunderttausende Babys zur Welt kommen, darf man nicht darüber nachdenken sondern muss handeln. In Deutschland werden leider immer noch die bereits geborenen Bauernkatzen erschlagen und ertränkt. So bleibt zumindest diesem ungeborenen Leben dieses Schicksal erspart wie auch ein Dasein im Elend.


Sehr traurig, aber Realität. Hier werden die ungeborenen Kitten bei der Kastration heraus genommen.


Die Mutter der Kleinen wurde auch gleich kurzerhand kastriert. Bei uns in Deutschland würde man in den meisten Fällen so lange warten, bis die Kitten nicht mehr nuckeln. Das ist in diesem Fall leider nicht möglich.

Mittagessen, Vesper, Brotzeit irgend etwas Leckeres musste zwischendurch mal sein.


Dann ging es gleich gnadenlos weiter.


Alle vier Pfoten waren in einem schlimmen Zustand. Leider gibt es nicht in allen Fällen ein Happy-End.



Auch diese Katze hat die nicht zu heilende Autoimmunschwäche.


Auch bei dieser blinden Katze ist die Erlösung das kleinere Übel.


Ein Abstecher ins Tierheim K9 stand auf dem Programm. Somit wurde die komfortable Doppelgarage gegen die Futterküche des Tierheims eingetauscht. Hier wurde unter beengten Bedingungen weitergearbeitet.

Zwei kleinere Hündinnen konnten zeitgleich nebeneinander kastriert werden.


Sämtliche benötigten Medikamente wurden auf der schmalen Außenmauer abgestellt.


Die große schwarze Hündin ist als nächstes dran.


Es musste, wie so oft, improvisiert werden. Die Klinik unter Palmen, ohne jegliche Romantik.


Der Aufwachraum unter südlicher Sonne.


Und schon ging es weiter in der Doppelgarage. In der kurzen Zeit, die die Tierschützer zur Verfügung haben, sollen möglichst viele Tiere kastriert werden.


Carmen lieferte auch Hunde aus ihrem Tierheim zur Kastration an. Man muss bedenken, dass Tierschutz wahnsinnig viel Geld kostet. Da die Vereine vor Ort keinerlei Gelder erhalten und bei der Vielzahl der Tiere permanent Pleite sind, nehmen die Tierschutzvereine die kostenlosen Kastrationen gerne an. Die Medikamente hierzu wurden freundlicher Weise gesponsert.

Torsten hatte bei seinem Rückflug auch für den kleinen weißen Kater ein Ticket geordert. Der Lütte sollte wegen Ausbruchs eines extremen Katzenschnupfens eingeschläfert werden. Der Herr, der den Kater brachte, hatte leider nicht die Erfahrung damit. Da das Katerchen bislang in einer Wohnanlage lebte, er also nicht hätte weiter behandelt werden können, nahm Torsten ihn in seine Obhut. Nun lebt der Kleine in Hannover und ist wieder gut drauf.


Wir werden ihn Lucky taufen.

Innerhalb von 5 Tagen wurden auf Teneriffa 200 Tiere kastriert. Eine tolle Leistung in der kurzen Zeit. Weiter ging es danach für 2 Tage auf die Nachbarinsel El Hierro. Dort wurden 64 Hunde und Katzen kastriert, die teilweise noch eingefangen werden mussten.

Alle Zweibeiner haben ihre Flüge selbst bezahlt, sowie ihre Arbeitskraft und freie Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine großartige Bilanz für 7 Tage Urlaub der ganz besonderen Art.


 

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