Erste Flaschenkinder

Wenn man ganztags berufstätig ist, so wie wir, ist es uns normalerweise nicht möglich Flaschenkinder aufzuziehen. Als ich aber am 28. September 2007 den Anruf erhielt, dass sich in Misburg zwei verwaiste Katzenkinder lautstark bemerkbar machten, weil sie der Hunger plagte, konnte ich den besorgten Anrufer beruhigen. Mein Jahresurlaub ermöglichte es mir die kleinen Würmchen, die auf drei Wochen geschätzt wurden, aufzunehmen.
Vermutlich war die Katzenmutter tragischerweise einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen. Das Katzenfutter, das den Kitten hingestellt worden war, blieb unberührt. Mit circa drei Wochen benötigen die Lütten natürlich noch Muttermilch oder wie in unserem Fall spezielle Katzenmilch aus dem Fläschchen.
   
ls der nette tierfreundliche Herr uns nachmittags die Kätzchen vorbeibrachte, öffnete ihm mein Mann die Tür, der von nichts wusste. Als er die kleinen Pröppel sah, sagte er nur zu dem Herrn: „Kommen Sie rein, wo 25 Katzen satt werden kommt es auf zwei mehr oder weniger auch nicht an.“
Nun wurden die Kleinen erst einmal mit dem Fläschchen versorgt und erhielten ihre überfällige Bauchmassage. Zufrieden für die nächsten zwei Stunden schliefen sie erst mal ein.
   
Das Bett wurde eine Riesenspielwiese für die kleinen Racker. Sie lernten Autofahren, waren immer dabei, wenn Frauchen außer Haus Termine hatte. Sie mussten ja schließlich alle paar Stunden ihr Fläschchen bekommen. Und natürlich
bekamen sie von der Tierärztin ihre Erstuntersuchung mit anschließender Entwurmung. Mit vier Wochen konnten sie schon selbstständig auf die Toilette gehen, doch beim Fressen waren sie noch ein wenig faul. Das Fläschchen gefiel ihnen viel besser. Als sie endlich anfingen Gefallen daran zu finden, mit den großen Katzen aus einem Napf zu fressen, gab es nur noch einmal am Tag ein Fläschchen. Nach ein paar Tagen, als sie zu erschöpft vom Spielen waren, vergaßen sie auch das und schliefen ohne ihr geliebtes Nuckifläschchen ein.
   
Familienanschluss garantiert (unten von links nach rechts):
Phil unser Patentier wurde zum Vaterersatz. Auf ihm konnte man super rumklettern, mit ihm schmusen und spielen. Aber auch all die anderen Katzen kümmerten sich um die kleinen Waisen.

Ein Nickerchen mit unserer Hautkrebskatze Blanca auf der Heizung ist auch nicht zu verachten.

Kalle mit unserer Snouffles, an Familienanschluss mangelte es wahrlich nicht.

   

Nachdem die Beiden mehrfach entwurmt und geimpft waren und sich die ersten Interessenten gemeldet hatten, wurden die beiden Jungs kastriert und gechipt.
Wenn es sich auch um einen großen finanziellen Aspekt handelt, die Tiere entwurmen, impfen, kastrieren und mit einem Microchip versehen zu lassen, so wissen wir jedoch, dass zumindest diese beiden Kater ihr Erbgut nicht weiter tragen können. Wenn man uns jedoch sagt, dass wir doch eine Schutzgebühr für das vermittelte Tier erhalten, fangen wir an vorzurechnen und so stellt Mann oder Frau sehr schnell fest, dass die Schutzgebühr nur einen Teil der Kosten abdeckt.
   
Finn und Kalle haben ein tolles neues Zuhause gefunden, wo sie auch Freigang genießen können. Man sollte nicht vergessen, dass sie draußen geboren wurden und die Gene eventuell über viele Generationen vererbt worden sind. Das heißt:

 

   
Diese Tiere können unter Umständen, falls man sie in der Wohnung halten möchte, ihren vererbten Freiheitsdrang nicht ausleben. Dann bedarf es einer häufigen Wohnungsrenovierung, ob das so im Sinne des neuen Dosenöffners ist?
   
Wir wünschen Euch beiden, Finn und Kalle, von ganzem Herzen ein langes sorgenfreies Katzenleben.

 

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